Donnerstag, 17. November 2011

Aus der Zeit gefallen.

Das Herumsurfen im Businessnetzwerk XING verursacht bei mir zu mindestens 80% Brechreiz.
Ich kann mir nicht helfen; es wurde mir dermaßen oft empfohlen, als ideales Mittel um Aufträge zu akquirieren oder neue Kontakte zu knüpfen, und es mag ja auch sein, daß es einigen von mir durchaus geschätzten Leuten geholfen hat, zu einem geregelten Einkommen zu finden: aber mich schaudert es.
Man hackt sich durch ein Dickicht aus denglischem Eventmanagersprech, passiert ganze Galerien mehr oder weniger gelackter Gesichtsärsche, die einem Dienste anbieten, die man im Traum nicht haben möchte und kommt sich völlig deplaziert vor... auch weil man bei manchen Schlüsselwörtern wie "Promotion", "Creative Consulting" oder "Coaching" sofort allergische Reaktionen zeigt.
Irgendwie hat man das Gefühl, man stünde sich selbst im Weg. Wäre nicht in der Lage, die vier Wände, die man um sich und seine eigene künstlerische Arbeit herumgezimmert hat, einmal zu verlassen. Sei zu weltfremd für die heutigen Verhältnisse in der Arbeitswelt, auch bei Kreativschaffenden.
Oder man ist zu bodenständig. Und opfert das berufliche Fortkommen in dem Bereich der eigenen Bequemlichkeit. Oder einem Renegatentum, das einst als jugendlicher Trotz begann und mittlerweile dabei ist, in bedenklichen Altersstarrsinn umzuschlagen.
Ich weiß nicht, ob das ein eisernes Festhalten an Prinzipien ist... oder einfach nur dämlich. Vielleicht gibt es ja Menschen, gerne auch Jugendliche, die mich dafür bewundern, so wie ich selbst immer schon die Sturheit mancher Querulanten bewundert habe.
Doch wahrscheinlich mache ich zuwenig daraus, um das jemals zu erfahren.

Kommentare:

  1. Na ja ... Xing ist super! Ich meine das ernsthaft. Es gibt eine Reihe von Leuten, die hierüber sofort-sogleich einen Job gekriegt haben. Aber Du suchst ja auch etwas, das nicht jeder anbietet, um es vorsichtig anzudeuten ...

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  2. Die Stellenangebote als mexikanischer Drogenbaron sind wirklich dünn gesät.

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