Samstag, 23. Oktober 2010

Gebet an den Planet

Die Mitteilung, daß Thomas D. mit freundlicher Unterstützung der Telekom einen Gastsänger für seine neue Single sucht, wäre eigentlich nicht der Erwähnung wert.

Um die Ungeheuerlichkeit dieses Angebots jedoch genauer zu durchleuchten, müssen wir das Wirken einer dieser wahrhaft Unsäglichsten unter den vielen horriblen Gestalten, die den lieben langen Tag den Kopf aus Fernseher oder Monitor strecken, etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Nicht nur hat der Mann eine weitreichende Reputation als tribaltätowierter Kinnvotzenträger, der bereits gefühlt 300 Platten mit jammerlappig- esoterischem Gesumpfe, Geumpfe und Gegrumpfe vollgelabert hat, er ist auch ein tapferer Streiter für eine bessere Welt.

Zum einen darf er für PETA mit einem Riesenschwein schmusen und uns bedeuten, daß man aus dem Haxen desselbigen doch bitte seine Zähne raushalten möge; zum anderen lebt er in einer Art großer Post- Hippie- WG namens MARS (Moderne Anstalt Rigoroser Spakker), soweit ich mich erinnere ohne Privatbesitz.

Da hat es wohl auch den wahrscheinlich Glumpfigsten aller Karlsruher, nämlich die ehemalige Frontplauze Jochen von den nicht minder hochnotpeinlichen Radical Development (eine Art Bulach- Biohazard, die es tatsächlich geschafft haben, eine Platte in New York unter der Regie von Don Fury aufzunehmen... nicht schlecht für eine Kaspertruppe, die die Ansagen bei einem Konzert in Eppelheim auf Englisch tätigte, um möglichst oft "Motherfucker" sagen zu können. Was den mir durchaus genehmen und sympathischen Henrik Zenker geritten hat, da mal eine zeitlang mitzutun, hat er mir zwar irgendwann verraten, aber ich hab's vergessen) hinverschlagen, wo er im Verbund mit der rappenden Ziege und den anderen Spacken unter dem Namen "Son Goku" eines der vermutlich grausigsten Alben der moderneren Menschheitsgeschichte einspielen durfte, auf dem es neben dem oben erwähnten Gebet an Mutter Erde auch noch gute Ratschläge gab, daß man doch einfach mal sein Leben genießen solle... was einem halt so einfällt, wenn man sich um profane Dinge wie "seinen Lebensunterhalt verdienen" keine Gedanken mehr machen muß, weil man Geld zum Fressen hat.

Daß der mir persönlich bekannte und ebenfalls gemochte Münchner Musiker Enik (bitte mal dringend den Song "Diamond City" anhören), dem ja der große Durchbruch verwehrt blieb, nun mit Thomas D. zusammenarbeitet und somit ein verdientes Stück vom Kuchen abkriegt, ist der einzige positive Nebeneffekt der Geschichte.

Die Geschichte, die da lautet, daß sich der gute Mensch von Sezuan nicht entblödet, für einen Großkonzern Reklame zu laufen und man das gefälligst als selbstverständlich hinnehmen soll.
Das enttäuscht mich aus obengenannten Gründen zwar nicht persönlich, führt einem aber wieder den desolaten Zustand der Populärkultur heutzutage vor Augen.

"Nutten, Nutten, überall nur Nutten."

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