Sonntag, 26. Juli 2009

Lälä lälä lälälälä

Diejenigen, die mich vielleicht besser kennen, wissen auch mit Sicherheit, daß ich großer Iggy- Pop- Fan bin, unabhängig davon, daß der gute Mann bisher auch nicht wenig komplette Grütze veröffentlich hat.
Desweiteren, daß einer meiner absoluten Lieblingssongs "The Passenger" ist. Nun gut, es gibt Stücke von ihm, die noch nicht dermaßen totgespielt sind... vor allem, wenn man in Karlsruhe wohnt und Clubgänger ist, kann man ihm quasi nicht entkommen, da jeder halbwegs hier tätige DJ den Song in seinem Standardrepertoire hat.
Erstaunlich, daß ihn bis jetzt niemand kaputtgekriegt hat... seit 20 Jahren ist der irgendwo in meinen persönlichen Top 100 festzementiert, je nach Lust und Laune zumeist auf den oberen Rängen. Wenn das charakteristische Gitarrenriff erklingt, zieht es mich normalerweise auch wie ferngesteuert auf die Tanzfläche.
Aber was in letzter Zeit einreißt, ist eines der nervtötendsten Phänomene, dessen Zeuge ich seit langem geworden bin.
Angefangen hat es mit den White Stripes. "Seven Nation Army" halte ich nach wie vor für einen großartigen Song, aber seit er durch Fußballstadien gezerrt wurde und man in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder in der Straßenbahn oder sonstigen öffentlichen Orten auf halbalkoholisiertes Dummvolk trifft, das "Loooh lo lo lo lo loooh" grölt, hat er doch etwas gelitten.
Und es geht weiter. Mittlerweile steht derselbe Menschenschlag bei "The Passenger" auf der Tanzfläche und blökt "Lälä lälä lälälälä".
Nein, es ist nicht zum Aushalten. Fiel mir das früher nur nicht auf, oder ist diese Sevennationarmisierung populärer Songs ein um sich greifendes Massenphänomen?
Ich stehe jedenfalls nicht gerne mit fünf oder sechs Deppen auf der Tanzfläche, die "Lälä lälä lälälälä" grölen und dazu am besten noch auf und ab hüpfen.
Gibt es irgendeine gütige Instanz, die das Ganze mal durch die Androhung öffentlicher Geißelung unterbinden könnte? Oder wenigstens auf "ungewöhnliche Streßsituation unter enormer psychischer Belastung" plädiert und Straffreiheit garantiert, wenn einem bei solch einem Gesindel einmal reflexhaft die Hand ausrutscht, samt gerade darin befindlicher Gegenstände (Bierflasche, Barhocker, Aschenbecher... von mir aus auch Yufka, für die Zartbesaiteteren)?
Lälä lälä lälälälä.
Wenigstens bin ich froh, daß ich kein DJ bin, zumindest mal nicht regelmäßig.
Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, daß diese Klientel in der Lage ist, einen Musikwunsch in einem vernünftigen Satz zu äußern, und wenn dann jemand käme und mich fragte "Spielst du mal das Lied mit dem Lälä lälä lälälälä"....
Nicht schön.

Keine Kommentare:

Kommentar posten