Dienstag, 22. Februar 2011

Antiklimax

So fuhr ich denn heute bei klirrender Kälte ins Klinikum Berlin- Buch.
Bei kuscheligen -11 Grad hatten natürlich auch die S- Bahn- Bediensteten nichts besseres vor als zu streiken, so daß das Erwischen einer S 42 eher einer Tombola glich, da auch keine Anzeigetafeln funktionierten und sich alle geschätzte 17 Minuten einmal irgendeine Bahn einfand.
Also war ich zusammenaddiert zwei Stunden unterwegs.
Dort angekommen, stellte sich mir die Frage, wie jemand aus Karow oder Buch einem Besucher erklären möchte, daß diese wohl in der absoluten Peripherie eingemeindeten Käffer Berlin seien.
Wenn man durch Annweiler fährt und einem anwesenden Besucher klarmachen will, das gehöre zu New York, ist das auch nicht glaubwürdiger.
Trotzdem war das Klinikum Buch ein beeindruckender Klotz im Grünen und innen dermaßen weitläufig, daß man sich im Falle einer Komplettbesichtigung für drei Tage Proviant mitnehmen sollte.
Also spazierte ich mit meiner Einweisung in der Hand einen guten Kilometer (ungelogen) in die HNO- Abteilung, wurde dort zwei Stunden untersucht... und wieder nach Hause geschickt. Ich soll dorthin nur noch dreimal zur ambulanten Nachbehandlung kommen, um schrittweise eine kürzlich entdeckte Geschwulst im Ohr abtragen zu lassen; das ergibt drei Behandlungen, die von der Gesamtlänge her eine einfache Fahrt Prenzlauer Allee- Berlin- Buch nicht wesentlich überschreiten dürften.

In einem Film würde man so etwas eine Antiklimax nennen; aber ich, für den die letzten Tage spannend genug waren, nehme das durchaus gerne in Kauf.

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