Dienstag, 20. Oktober 2009

Was für ein Wochenende...

Freitag,16.10., 20 Uhr 30: ich sitze mit einem Kumpel in einer Sportsbar im Hamburger Schanzenviertel, um Cottbus gegen den FCK ohne Ton zu schauen, dazu läuft über die Anlage in dem Laden irgendwelche Scheißmusik.
Umgeben sind wir von einigen St. Pauli- Fans, die Lautern nicht nur gewohnheitsmäßig sowieso hassen, sondern für die es auch im Falle unserer Niederlage darum geht, daß sich ihr Verein in der Tabelle vor uns plaziert.
Beim 1:0 für Cottbus jubelt erwartungsgemäß alles, beim Abpfiff des Spiels, das wir letzten Endes verdient mit 1:2 gewinnen, jubeln nur zwei Leute, mein Kumpel Matthias "Wingert" Weingard und ich.

Da ich den FC St. Pauli noch dazu nie sonderlich ausstehen konnte (es war immer schön, in der Pfalz auf irgendwelche Modefans zu treffen,die von Fußball herzlich wenig Ahnung hatten, aber mir trotzdem einen Vortrag hielten, was ich für einen Bauernverein unterstütze, da man als Punk doch automatisch Pauli- Fan sein müsse... ähm, nein), ging mir das runter wie Öl.
Der Abend endete aber doch relativ gesittet, geschlaucht von der Autofahrt (wenn auch nur als Mitfahrer) gingen um 1 meine Rolläden runter.

Samstag

Zuerst mal bei Daniel Prohart und seiner Freundin Miyo einlaufen, um den "Katzenkönig" zusammenzudübeln.
14 Bilder in Holzrähmen, die mit der entsprechenden Textstelle versehen werden müssen.
Im "Elbrausch" werde ich von Daniel mit der Besitzerin des Ladens bekanntgemacht, einer sehr hübschen und sympathischen Person, die sich mir als "Cosma" vorstellt.
Bis ich realisiere, daß es sich um Cosma Shiva Hagen handelt, dauert es ein paar Minuten.
Später am Abend macht sie dann DJane und legt teilweise gute Sachen auf (nein, nichts von ihrer Mutter, dankenswerterweise... sorry, aber mit derem Oeuvre konnte ich noch nie was anfangen).
Zu der Zeit erhalten wir ein Angebot für das komplette Exponat zum Katalogpreis von 1400 Euro, aber nur, wenn wir die Rechte daran abgeben.
Daraufhin höre ich mich tatsächlich sagen: "Über die Rechte an meiner Geschichte verhandele ich erst ab einer fünfstelligen Summe", lehne mich zurück und denke: Scheiße, habe ICH das gerade gesagt? Ein sehr surrealer Moment.
Dazu die Feststellung: mit 19 war ich ein arroganter Möchtegern, der immer davon geträumt hat, in Künstlerkreisen unterwegs zu sein und mit "den ganzen Proleten" nix zu tun haben wollte.
Mit 36 und ein paar Jahren Lebenserfahrung mehr bin ich ein absolut bodenständiger Typ aus doch recht einfachen Verhältnissen, der leidlich gut schreiben kann, dadurch nun doch in Künstlerkreisen gelandet ist und sich dort teilweise wie ein Fremdkörper fühlt.
Nichtsdestotrotz doch ein gelungener Abend... der in Daniels Wohnung mit einer Flasche recht leckerem Sekt (ich glaube, der war nicht billig)und einem abenteuerlichen Musikmix endet (wir hören genau vier Platten: "Business As Usual" von Men At Work, "Sports" von Huey Lewis and the News, "God Ween Satan" von Ween und "Seasons In The Abyss" von Slayer).
Und nun sitze ich wieder in Karlsruhe, muß mich mit meinem Alltag und meinem Broterwerb herumschlagen, aber ich durfte mich zumindest mal wieder einen Abend als Künstler fühlen.
Auch wenn die fünfstellige Summe nach wie vor Illusion bleibt (und wenn ich- davon abgesehen- nie im Leben meine Rechte verkaufen würde... nur um später dann hilflos zu betrachten, wie meine Arbeit für irgendeinen Schwachsinn benutzt wird).
Da könnte ich hier im Blog auch gleich diesen "Monetisieren"- Knopf drücken.

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