Sonntag, 28. März 2010

Kaiserslautern- ohne Fußball

Gestern, am 27. 03., hatte ich also eine Lesung im Café 23 in Kaiserslautern.
Meine erste Lesung, auf der die Presse anwesend war... eine nette, ältere Dame von der RHEINPFALZ photographierte mich, mit meinem Buch in der Hand posierend, ich durfte zwei anwesenden Pressemenschen (einem älteren Herrn und einer jungen Frau) irgendwelche Fragen beantworten.
Es hätte so schön sein können... leider erfuhr ich vom Inhaber des Ladens (ebenfalls Schriftsteller), daß der ältere Herr ein ziemlich harter Hund von Kritiker ist, dem man "am besten nur gegenübertritt, wenn man keine Angst vor dem Sterben hat", so daß ich mich schonmal seelisch und moralisch darauf einstelle, am Montag in der RHEINPFALZ komplett entgrätet zu werden. Da muß man wohl auch mal durch.
Ansonsten war das Ambiente sehr angenehm, der Laden ziemlich nett, das Betreiberpaar ebenfalls und die Lesung recht gut besucht, auch von einigen mir bekannten Gesichtern.
Daß einer meiner besten Freunde samt Anhang ebenfalls einlief, war natürlich großartig... auch wenn sich die beiden vor lauter Langeweile auf der Zugfahrt nach Lautern dermaßen zugelötet hatten, daß das Auftreten nicht gerade adäquat zu dem Anlaß war. Ich glaube, da hat an dem Abend wieder jemand was dazugelernt, und sei es nur, daß man sich vor dem Besuch von Autorenlesungen nicht zwingend zugrunderichten sollte, weil sie nunmal weder Rockkonzerte noch Fußballspiele sind.
Das Publikum selbst war anfangs eine ziemlich harte Nuß... ich weiß ja nicht, ob die Leute dachten, es würde meine Konzentration stören, wenn irgendjemand lachen, klatschen oder auch nur atmen würde, aber im ersten Teil herrschte weitgehend Totenstille. Beim langanhaltenden Schlußapplaus war ich ziemlich erleichtert, da ich fast schon fürchtete, die Leute würden nur noch ausharren, um durch ein frühzeitiges Gehen nicht unangenehm aufzufallen.
Nun, warten wir also morgen auf die RHEINPFALZ. Ich klappe schonmal das Visier runter.

Kommentare:

  1. Och, stört Dich das echt, wenn Deine Zuhörer angesoffen sind? Iss ja hart. Ich finde, sowas gibt einer Lesung eine weltoffene Note.

    Herunter von Eurem hohen Ross, Ihr intelektuellen Dichter und Denker!

    Nähert Euch dem gemeinen Volke, durch das Ihr Euer Brot verdient!

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  2. Ja. Und das hat nichts damit zu tun, daß ich mich mit dem gemeinen Volk nicht auf eine Stufe stellen will, sondern nur darum, daß jeder tun und lassen kann, was er will, solange es mich nicht aus meinem Text herausbringt oder zu Verlesern oder Unterbrechungen führt.Und das war hier leider der Fall.
    Bei Lesungen bin ich extrem angespannt... jemand, der mal vor Leuten einen Vortrag halten mußte, egal welcher Art, kann das wahrscheinlich nachvollziehen.Und ich versuche immer, in einen gewissen Lesefluß hineinzukommen, sobald ich merke, daß das hakt, wird das Lesen für mich schwieriger, weil das Publikum ebenfalls abgelenkt wird.

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