Mittwoch, 28. Dezember 2011

Zentralheizung Of Death

Eine Band dieses wunderschönen Namens durfte ich gestern als Zuschauer in einem ranzigen Proberaum in der Nähe des Hauptbahnhofs in Karlsruhe erleben.
Die Stadt ist immer mal wieder für Überraschungen gut; unter den ca. 30 Gästen war abgesehen von zwei mich begleitenden Freunden niemand, den ich auch nur vom Sehen her kannte, aber dafür schienen die anderen sich untereinander schon mehrfach begegnet zu sein... eine richtige kleine Szene abseits der üblichen Verdächtigen, und ich fragte mich, wo die eigentlich sonst so abhängen!?
Zuerst gab es eine Vorband, deren Namen ich schon wieder vergessen habe (irgendwas mit "Mongolian").
Das war ein Trio mit Gitarrist, Bassistin und Schlagzeuger, die sich den Gesang teilten und erfreulich fluffigen, eingängigen Neo- Indie spielten. Konnte man sich gut anhören, und der wohnzimmergroße Raum mit ca. 15 Zuhörern tat dem keinen Abbruch, im Gegenteil. War passend zur Musik eine angenehme Atmosphäre.
Danach ging es in einen anderen Proberaum zur "Zentralheizung".
Wer bei dem Namen eine Deutschpunkband, bestehend aus 15jährigen Kaufhoflüftungsschachtbewohnern befürchtet hatte, sah sich angenehm überrascht.
4 bärtige Berserker in japanischen Frauenkleidern spielten einen ausgefeilten Bastard aus Stoner- und Noiserock, der weitgehend instrumental war und den man sich gut anhören konnte (auch wenn es mir phasenweise etwas zu gleichförmig wurde).
Davon abgesehen, daß die Jungs ihre Instrumente beherrschten, wurde der Gig auch durch allerlei Skurrilitäten recht amüsant gestaltet (ein nervtötendes Intro im gefühlt drei Stunden dauernden Endlosloop, in das die Band dann zu Konzertbeginn zunächst einstieg, unvermutete Indianergesänge mit fehlgeleiteten Blechblasinstrumenten), so daß auch dieser Auftritt vor ca. 25 Zuschauern als "gelungen" bezeichnet werden kann.
Wer also mal die Gelegenheit hat, diese Band sehen zu können, sollte sich von dem Namen nicht abschrecken lassen.
Und ja, Spontankonzerte in winzigen abgehalfterten Locations gibt es nicht nur in Berlin, wa.
Schön, auch in Karlsruhe noch mehr Leute zu wissen, die unkonventionelle Ideen haben, auch wenn ich sie (noch) nicht persönlich kenne.

Wieder mal eine gute Erinnerung daran, daß es nie verkehrt sein kann, bei der Auswahl der Abendgestaltung wieder etwas mehr Spontaneität zuzulassen.

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