Ich schaue mir im Fernsehen jeden Dokumentarbericht über Schlachthöfe und Wurstherstellung an, den ich beim zufälligen Herumzappen erwische.
Dem liegt kein sonderlich sadistischer Drang zugrunde; es ist eher meiner Vorstellung von "Konsequenz" geschuldet.
Ich war selbst 12 Jahre lang Vegetarier, bis ich dann- zum Teil aus Bequemlichkeit, zum Teil aus wirklicher Notwendigkeit, zum dritten und letzten Teil aus Willensschwäche, die mich schleichend und letztendlich alle Prinzipien ausschaltend übermannte- wieder begann, mir totes Tier einzuverleiben.
Ich finde es auch heute noch prinzipiell richtig, kein Fleisch zu essen, und jeder Vegetarier genießt meinen Respekt, solange es nicht ins dogmatisch Wahnhafte umkippt (siehe meinen Post über 108... davon abgesehen, daß ich mir von dahergelaufenen Gehirnwäscheopfern nicht gerne die Pest an den Hals wünschen lasse, darf jeder, der was von "Speziesismus" fabuliert, gerne mal eine Nacht in einem gutgefüllten Schweinekoben verbringen und am nächsten Morgen schauen, wieviel noch von ihm übrig ist, oder sich von unseren haarigen Brüdern und Schwestern im hiesigen Affengehege beißen, anwichsen und mit Scheiße bewerfen lassen).
Meine Gründe für den Vegetarismus waren eine Art "peer pressure"... in der Umgebung, in der ich mich mit 19/20 zu meiner politisch noch aktiven Zeit bewegte, galt der Verzicht auf Fleisch als unausgesprochener Konsens, den ich nach anfänglichen Schwierigkeiten rasch kultiviert hatte.
Schon damals war ich kein sonderlicher Tierfreund... und heute bin ich es ziemlich offensichtlich nicht mehr, da mir der Umgang mit Tieren, vor allem Hunden und Katzen, widerwärtig ist.
Die Ausnahme sind allerlei Vögel, was aber ein Relikt meiner Kindheit ist, als ich Anfang der 80er einen Naturführer über die heimische Vogelwelt geschenkt bekam, der in mir als kleiner Murkel jahrelang den Wunsch erweckte, Ornithologe zu werden... und auch heute noch jagt mir der Anblick von Greifvögeln angenehm erhabene Schauer über den Rücken und jener kleiner Singvögel angenehme Wellen der Sympathie durch die Innereien.
Deswegen mag ich auch keine Katzen. Würde mir so ein Vieh allmorgendlich tote Vögel auf die Türschwelle legen, ich würde es irgendwann ersäufen.
Was ich aber seitdem bis heute abgrundtief hasse, ist die mangelnde Konsequenz diverser Fleischesser, zu realisieren, woher das kommt, was sie sich da abgepackt im Supermarkt kaufen.
Ich kenne nicht wenige (leider inklusive meiner Mutter ), die sofort umschalten oder wegsehen, wenn im Fernsehen irgendwas über Schlachthöfe kommt.
Eine Exfreundin von mir, der ich im Supermarkt vor Jahren mal einen abgepackten, hautlosen und tiefgefrorenen Hasen vor's Gesicht hielt, brachte gar die Bemerkung, ich solle das Ding weglegen, sie esse nämlich gerne Hase und wolle sich von mir nicht den Appetit verderben lassen.
Diese Feigheit vor den Tatsachen geht mir gewaltig auf den Zeiger. Entweder man ißt Fleisch und vergegenwärtigt sich, was passiert, bevor es auf dem Teller landet... oder man läßt es bleiben, wenn man die Wahrheit nicht erträgt.
So einfach ist das.
Dienstag, 24. August 2010
Mother Tongue, 23.08. 2010, Universum Stuttgart
Mother Tongue haben bei mir eine lange Geschichte. Eine der Mißverständnisse, genauer gesagt, so lange befanden sie sich unberechtigterweise unter ferner Liefen.
3-4 ganz nette Hits, ansonsten zuviel Psychedelik- und Chili- Peppers- Momente, um richtig relevant für mich zu sein... bis sie im Sommer 2007 in Karlsruhe spielten, ich gerade etwas Geld über und ansonsten nichts zu tun hatte und einfach mal schauen wollte, ob an ihrem Ruf als eine der großartigsten Livebands des Planeten was dran wäre.
Damals betrat ich das Substage als Skeptiker und ging nach einer knapp über dreistündigen Show, die keine Sekunde langweilig war, als Fan.
Mein letztes Geld gab ich damals für die CD "Streetlight" aus... ironischerweise hatte ich die schonmal besessen und sie ein halbes Jahr vorher weitgehend ungehört für geringen Obolus verscheuert, damals heilfroh, sie überhaupt losgeworden zu sein... und heute ist sie nun im zweiten Anlauf fester Bestandteil meiner Sammlung.
Gestern nun also die Comebacktour zum 20jährigen Bestehen.
Zuerst einmal traf ich mich in Stuttgart (für einen Karlsruher ja bekanntermaßen die "Verbotene Stadt"... das kann man als Pfälzer Wahlkarlsruher sogar noch toppen, wie ich feststellte, als ich mit meiner FCK- Kappe dort einlief. Wenn schon, denn schon... soviel stiere Blicke ernte ich damit nicht mal in KA, da ist man verwirrte Pfälzer wahrscheinlich eher gewohnt)mit meinem Kumpel Gerd aus dem Musikexpress- Forum... da das Universum etwas versteckt in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt, waren wir nach kurzer Pfadfindertätigkeit dann auch relativ zügig dort angelangt, wo wir vor dem Konzert inmitten des sonstigen zahlreichen Publikums (Altersschnitt: ca. 31,7) noch das eine oder andere Bier vernichteten.
Das Universum ist ein schier nicht endenwollender Schlauch mit einem Bühnenraum von übersichtlicher Größe, der recht gut gefüllt war und sich im Laufe der nächsten fast zweieinhalb Stunden in eine Sauna verwandelte, in der bald kondensierter Schweiß von der Decke tropfte. Bäh.
Da die Bühne relativ ebenerdig liegt, hatte Gerd aufgrund seiner Größe den taktischen Vorteil auf seiner Seite, da wir ziemlich weit hinten standen... (und für mich brachte das die Erleichterung, nach dem Bierholen einfach nach jemandem Ausschau halten zu müssen, der die Menge um einen halben Kopf überragt) was aber trotzdem wiederum kein Nachteil war, hier war der Sound recht druckvoll, aber in moderater Lautstärke, so daß man ohne Ohrstöpsel zurechtkam.
Die Band selbst gab natürlich wieder alles... da sie ja einen besonderen Bezug zu Deutschland und hier ein sehr großes und treues Stammpublikum hat, sprang der Funke auch sofort wieder auf die Menge über, um mal eine abgedroschene Phrase zu bemühen.
Mother Tongue präsentierten sich wie gewohnt unarrogant und sympathisch, und die Freude, wieder auf der Bühne zu stehen, war auch ihrem Set anzumerken.
Wo bekommt man für 17 Euro Eintritt bei gefühlten 50 Grad noch eine weit über zweistündige Show geboten, bei der sich die Musiker danach noch unbefangen unters Publikum mischen?
Geboten wurde ein Alternative- Blues- Psychedelikgemisch mit vielen Laut- Leise- Spielereien, Balladeskes folgte auf Abgehnummern vom Schlage von "F.T.W.", und auch ansonsten war als repräsentativer Schnitt durch alle drei Alben alles geboten, was man hören wollte:
"Broken", "Casper", "CRMBL", "Damage" und natürlich "Burn Baby", das relativ früh kam und nicht im völlig ausufernden (ca. 45 Minuten) Zugabenblock landete.
Fazit: eine sehr gute Stimmung, eine Klasseband, Value for money... was will man mehr?
Daß mich die nicht endenwollende Zugfahrt zurück über Käffer wie Ellental und Illingen führte und damit meine Geduld in der Erwartung irgendwelcher bekannter Orientierungspunkte doch ziemlich strapazierte, ist wieder eine andere Feststellung.
Erbaulich ist es nicht, wenn man mit dem Schlaf kämpfend in einer Regionalbahn durch die Nacht zuckelt, hoffend, daß zumindest mal Pforzheim käme (was man unter alltäglichen Umständen mit seinem gesunden Menschenverstand nicht vereinbaren kann) und man gleich daheim wäre und ständig in Ortschaften landet, von denen man nicht mal wußte, daß sie existieren.
Männer, die auf Ziegen starren.
3-4 ganz nette Hits, ansonsten zuviel Psychedelik- und Chili- Peppers- Momente, um richtig relevant für mich zu sein... bis sie im Sommer 2007 in Karlsruhe spielten, ich gerade etwas Geld über und ansonsten nichts zu tun hatte und einfach mal schauen wollte, ob an ihrem Ruf als eine der großartigsten Livebands des Planeten was dran wäre.
Damals betrat ich das Substage als Skeptiker und ging nach einer knapp über dreistündigen Show, die keine Sekunde langweilig war, als Fan.
Mein letztes Geld gab ich damals für die CD "Streetlight" aus... ironischerweise hatte ich die schonmal besessen und sie ein halbes Jahr vorher weitgehend ungehört für geringen Obolus verscheuert, damals heilfroh, sie überhaupt losgeworden zu sein... und heute ist sie nun im zweiten Anlauf fester Bestandteil meiner Sammlung.
Gestern nun also die Comebacktour zum 20jährigen Bestehen.
Zuerst einmal traf ich mich in Stuttgart (für einen Karlsruher ja bekanntermaßen die "Verbotene Stadt"... das kann man als Pfälzer Wahlkarlsruher sogar noch toppen, wie ich feststellte, als ich mit meiner FCK- Kappe dort einlief. Wenn schon, denn schon... soviel stiere Blicke ernte ich damit nicht mal in KA, da ist man verwirrte Pfälzer wahrscheinlich eher gewohnt)mit meinem Kumpel Gerd aus dem Musikexpress- Forum... da das Universum etwas versteckt in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt, waren wir nach kurzer Pfadfindertätigkeit dann auch relativ zügig dort angelangt, wo wir vor dem Konzert inmitten des sonstigen zahlreichen Publikums (Altersschnitt: ca. 31,7) noch das eine oder andere Bier vernichteten.
Das Universum ist ein schier nicht endenwollender Schlauch mit einem Bühnenraum von übersichtlicher Größe, der recht gut gefüllt war und sich im Laufe der nächsten fast zweieinhalb Stunden in eine Sauna verwandelte, in der bald kondensierter Schweiß von der Decke tropfte. Bäh.
Da die Bühne relativ ebenerdig liegt, hatte Gerd aufgrund seiner Größe den taktischen Vorteil auf seiner Seite, da wir ziemlich weit hinten standen... (und für mich brachte das die Erleichterung, nach dem Bierholen einfach nach jemandem Ausschau halten zu müssen, der die Menge um einen halben Kopf überragt) was aber trotzdem wiederum kein Nachteil war, hier war der Sound recht druckvoll, aber in moderater Lautstärke, so daß man ohne Ohrstöpsel zurechtkam.
Die Band selbst gab natürlich wieder alles... da sie ja einen besonderen Bezug zu Deutschland und hier ein sehr großes und treues Stammpublikum hat, sprang der Funke auch sofort wieder auf die Menge über, um mal eine abgedroschene Phrase zu bemühen.
Mother Tongue präsentierten sich wie gewohnt unarrogant und sympathisch, und die Freude, wieder auf der Bühne zu stehen, war auch ihrem Set anzumerken.
Wo bekommt man für 17 Euro Eintritt bei gefühlten 50 Grad noch eine weit über zweistündige Show geboten, bei der sich die Musiker danach noch unbefangen unters Publikum mischen?
Geboten wurde ein Alternative- Blues- Psychedelikgemisch mit vielen Laut- Leise- Spielereien, Balladeskes folgte auf Abgehnummern vom Schlage von "F.T.W.", und auch ansonsten war als repräsentativer Schnitt durch alle drei Alben alles geboten, was man hören wollte:
"Broken", "Casper", "CRMBL", "Damage" und natürlich "Burn Baby", das relativ früh kam und nicht im völlig ausufernden (ca. 45 Minuten) Zugabenblock landete.
Fazit: eine sehr gute Stimmung, eine Klasseband, Value for money... was will man mehr?
Daß mich die nicht endenwollende Zugfahrt zurück über Käffer wie Ellental und Illingen führte und damit meine Geduld in der Erwartung irgendwelcher bekannter Orientierungspunkte doch ziemlich strapazierte, ist wieder eine andere Feststellung.
Erbaulich ist es nicht, wenn man mit dem Schlaf kämpfend in einer Regionalbahn durch die Nacht zuckelt, hoffend, daß zumindest mal Pforzheim käme (was man unter alltäglichen Umständen mit seinem gesunden Menschenverstand nicht vereinbaren kann) und man gleich daheim wäre und ständig in Ortschaften landet, von denen man nicht mal wußte, daß sie existieren.
Männer, die auf Ziegen starren.
Montag, 23. August 2010
Tage des... was auch immer.
Ja, schon seit dem 12.08. kein Eintrag mehr... das mag daran liegen, daß sich die Fülle spektakulärer Ereignisse in den letzten Tagen in Grenzen hielt.
Daß ich jetzt in Ettlingen arbeite... geschenkt. Davon abgesehen, daß mein dortiger Arbeitgeber unaufwendiger zu erreichen ist als mein bisheriger in Gaggenau, gibt es nichts Memorables zu vermelden. Ich bin dort für maximal 6 Wochen gebucht und werde hindurchglitschen, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, was mir aufgrund des dort versammelten Flachwitzgeschwaders in der Kollegenschaft kein sonderlich großes Kopfzerbrechen bereitet.
Es gibt Leute, die sind dermaßen uninteressant, man möchte mit ihnen nicht einmal gemeinsam tot sein, aus lauter Angst, sich dann zu langweilen.
Obwohl: penetrant ist auch nicht zwingend die angenehmere Alternative.
Penetrantes, sich in Menschenform materialisiert habendes Gemisch aus Hämorrhoidensalbe, "Flutsch"- Analgleitcreme und vorverdautem Heringssalat schon gar nicht.
Will heißen: sitzt man im Biergarten des "Titanic" und wird- zusammen mit anderen Leuten- Ohrenzeuge, was ein blonder Schmierlappen in Anzugjacke seinem weiblichen Gegenüber ironiefrei an sabbrigem Seich ins Gehör seift, was dann in der Feststellung gipfelt:
"Jetzt mal ohne Witz: ich bin ein Frauentyp, ich bin ziemlich erfolgreich und trotzdem noch Single. Und weißt du auch warum? Weil ich mich nicht auf eine Einzige festlegen will und kann" (oder so ähnlich, jedenfalls halbwegs wortgetreu), möchte man ihm eigentlich die Bierbank zu fressen geben, auf der man gerade sitzt... wäre man nicht just in jenem Moment zu faul zum Aufstehen.
In einer besseren Welt würden solchen Leuten eines harmlosen Tags auf dem Weg zum Bäcker einfach die Genitalien abfallen. Es muß nicht schmerzhaft sein... ein einfaches "Plopp" mit während des Gehens durch das Hosenbein rutschen, auf dem Trottoir landen und anschließend von einem extra für solche Fälle angeheuerten furchtlosen, aber fürstlich entlohnten Kehrmaschinentrupp (Name: "Schwanz-Schlund Entsorgungs- GmbH" [(c)Matthias Weingard])entfernt werden, würde gänzlich ausreichen.
Und das waren- abgesehen vom gelungenen Bundesligawiedereinstand- bereits spektakuläre Höhepunkte einer angenehm verbummelten Woche.
Gleich geht es nach Stuttgart, auf das Konzert der großartigen Mother Tongue, hoffend, daß ich morgen eine fundierte Rezension dazu abliefern kann... vor allem, weil es die Band anfangs schwer bei mir hatte, und mich erst ein Konzert 2007 in Karlsruhe zum Fan machte.
Doch wie, weshalb, warum... das gibt es die Tage von mir in einem Abwasch.
Daß ich jetzt in Ettlingen arbeite... geschenkt. Davon abgesehen, daß mein dortiger Arbeitgeber unaufwendiger zu erreichen ist als mein bisheriger in Gaggenau, gibt es nichts Memorables zu vermelden. Ich bin dort für maximal 6 Wochen gebucht und werde hindurchglitschen, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, was mir aufgrund des dort versammelten Flachwitzgeschwaders in der Kollegenschaft kein sonderlich großes Kopfzerbrechen bereitet.
Es gibt Leute, die sind dermaßen uninteressant, man möchte mit ihnen nicht einmal gemeinsam tot sein, aus lauter Angst, sich dann zu langweilen.
Obwohl: penetrant ist auch nicht zwingend die angenehmere Alternative.
Penetrantes, sich in Menschenform materialisiert habendes Gemisch aus Hämorrhoidensalbe, "Flutsch"- Analgleitcreme und vorverdautem Heringssalat schon gar nicht.
Will heißen: sitzt man im Biergarten des "Titanic" und wird- zusammen mit anderen Leuten- Ohrenzeuge, was ein blonder Schmierlappen in Anzugjacke seinem weiblichen Gegenüber ironiefrei an sabbrigem Seich ins Gehör seift, was dann in der Feststellung gipfelt:
"Jetzt mal ohne Witz: ich bin ein Frauentyp, ich bin ziemlich erfolgreich und trotzdem noch Single. Und weißt du auch warum? Weil ich mich nicht auf eine Einzige festlegen will und kann" (oder so ähnlich, jedenfalls halbwegs wortgetreu), möchte man ihm eigentlich die Bierbank zu fressen geben, auf der man gerade sitzt... wäre man nicht just in jenem Moment zu faul zum Aufstehen.
In einer besseren Welt würden solchen Leuten eines harmlosen Tags auf dem Weg zum Bäcker einfach die Genitalien abfallen. Es muß nicht schmerzhaft sein... ein einfaches "Plopp" mit während des Gehens durch das Hosenbein rutschen, auf dem Trottoir landen und anschließend von einem extra für solche Fälle angeheuerten furchtlosen, aber fürstlich entlohnten Kehrmaschinentrupp (Name: "Schwanz-Schlund Entsorgungs- GmbH" [(c)Matthias Weingard])entfernt werden, würde gänzlich ausreichen.
Und das waren- abgesehen vom gelungenen Bundesligawiedereinstand- bereits spektakuläre Höhepunkte einer angenehm verbummelten Woche.
Gleich geht es nach Stuttgart, auf das Konzert der großartigen Mother Tongue, hoffend, daß ich morgen eine fundierte Rezension dazu abliefern kann... vor allem, weil es die Band anfangs schwer bei mir hatte, und mich erst ein Konzert 2007 in Karlsruhe zum Fan machte.
Doch wie, weshalb, warum... das gibt es die Tage von mir in einem Abwasch.
Donnerstag, 12. August 2010
Idylle mit Entenfrau
Heute Abend saß ich mal wieder im Schloßpark, und zwar am See.
Es hätte alles so schön sein können: die untergehende Sonne schickte seltsame Farben zwischen dicken Wolkenfetzen hindurch, Stockenten und Bläßhühner trieben friedlich an mir vorbei und allerlei Gemäus raschelte durchs Gestrüpp, streckte den Kopf heraus und huschte wieder davon.
Ich saß eine geschlagene Stunde auf einer Holzbank, trank ein mitgebrachtes Schwarzbier, rauchte tiefphilosophisch vor mich hin und fand es gar nicht mal so übel, am Leben zu sein...
bis dann plötzlich aus dem Nichts wie in einer Folge der Simpsons eine verbiesterte alte Frau mit einer Plastiktüte auftauchte, dem sie einen großen, offenbar nicht mehr backfrischen Laib Schwarzbrot entnahm, um ihn in Fetzen zu reißen und unter das sich traubenartig zusammenballende Entenvolk zu werfen, dabei dem Geflügel wichtige Anweisungen zukrächzend wie "Halt, halt, alle de Roi nooch, ihr krieget alle was... wo sinn die Kloine?"
Nach fünf Minuten hatte ich genug von dieser Freakshow und flüchtete... den Gedanken, daß ich- wäre das im Alter mein offensichtlich größter Lebensinhalt- lediglich zum See gehen würde, um mich darin zu ersäufen, unausgesprochen lassend.
Es hätte alles so schön sein können: die untergehende Sonne schickte seltsame Farben zwischen dicken Wolkenfetzen hindurch, Stockenten und Bläßhühner trieben friedlich an mir vorbei und allerlei Gemäus raschelte durchs Gestrüpp, streckte den Kopf heraus und huschte wieder davon.
Ich saß eine geschlagene Stunde auf einer Holzbank, trank ein mitgebrachtes Schwarzbier, rauchte tiefphilosophisch vor mich hin und fand es gar nicht mal so übel, am Leben zu sein...
bis dann plötzlich aus dem Nichts wie in einer Folge der Simpsons eine verbiesterte alte Frau mit einer Plastiktüte auftauchte, dem sie einen großen, offenbar nicht mehr backfrischen Laib Schwarzbrot entnahm, um ihn in Fetzen zu reißen und unter das sich traubenartig zusammenballende Entenvolk zu werfen, dabei dem Geflügel wichtige Anweisungen zukrächzend wie "Halt, halt, alle de Roi nooch, ihr krieget alle was... wo sinn die Kloine?"
Nach fünf Minuten hatte ich genug von dieser Freakshow und flüchtete... den Gedanken, daß ich- wäre das im Alter mein offensichtlich größter Lebensinhalt- lediglich zum See gehen würde, um mich darin zu ersäufen, unausgesprochen lassend.
Gespenster, die Dritte
Manchmal, in ruhigen, stillen Minuten, fragt man sich ja schon, warum man nicht einfach konsequent sein kann.
Man trifft Leute wieder, von denen man anderthalb Jahre mit gutem Grund nichts gehört hat, und in dem Moment paßt alles.
Die angesprochene Entmaterialisierung wäre bestimmt nicht das Verkehrteste...
zumindest dadurch die Entscheidung, ob man seine Inkonsequenz verfluchen soll, oder für die Fähigkeit, auch mal über seinen Schatten zu springen (eine Phrase, mit der man eben diese Inkonsequenz gerne ummäntelt) dankbar sein soll, abgenommen zu kriegen, wäre irgendwie ziemlich klasse.
Aber deswegen auch gleich noch gerade kürzlich erstellte Posts zurückzuziehen, oder mich gar dafür zu entschuldigen, weil die angesprochene Person angemerkt hat, diesen Blog regelmäßig zu lesen: dieser Grad an Selbstverleugnung muß dann doch nicht sein.
Momentaufnahmen sind und bleiben eben solche.
Man trifft Leute wieder, von denen man anderthalb Jahre mit gutem Grund nichts gehört hat, und in dem Moment paßt alles.
Die angesprochene Entmaterialisierung wäre bestimmt nicht das Verkehrteste...
zumindest dadurch die Entscheidung, ob man seine Inkonsequenz verfluchen soll, oder für die Fähigkeit, auch mal über seinen Schatten zu springen (eine Phrase, mit der man eben diese Inkonsequenz gerne ummäntelt) dankbar sein soll, abgenommen zu kriegen, wäre irgendwie ziemlich klasse.
Aber deswegen auch gleich noch gerade kürzlich erstellte Posts zurückzuziehen, oder mich gar dafür zu entschuldigen, weil die angesprochene Person angemerkt hat, diesen Blog regelmäßig zu lesen: dieser Grad an Selbstverleugnung muß dann doch nicht sein.
Momentaufnahmen sind und bleiben eben solche.
Sonntag, 8. August 2010
Unverquast
Manche Songtexte bzw. einzelne Zeilen daraus kommen dermaßen perfekt auf den Punkt, man würde sie sich am liebsten auf den Rücken tätowieren lassen.
Oder zumindest in irgendein Tuch sticken und es dann rahmen.
Momentan hat es mir textlich vor allem "Love Songs For The Unloved" von Sheer Terror (Hardcorewochen bei Bronkowitz, offensichtlich)angetan, besonders der Titelsong.
Und dazu braucht Paul Bearer nicht mal in die Metaphernkiste zu greifen.
Es reicht einfach eine schlichte Aussage, die in manchen Situationen mehr Wahrheit beeinhaltet als irgendwelcher verkopfter Quark:
"I wish I had something new to tell you,
I wish I could say anything at all to make you go away (please don't leave)."
Sehr schön.
Oder zumindest in irgendein Tuch sticken und es dann rahmen.
Momentan hat es mir textlich vor allem "Love Songs For The Unloved" von Sheer Terror (Hardcorewochen bei Bronkowitz, offensichtlich)angetan, besonders der Titelsong.
Und dazu braucht Paul Bearer nicht mal in die Metaphernkiste zu greifen.
Es reicht einfach eine schlichte Aussage, die in manchen Situationen mehr Wahrheit beeinhaltet als irgendwelcher verkopfter Quark:
"I wish I had something new to tell you,
I wish I could say anything at all to make you go away (please don't leave)."
Sehr schön.
"How I hate this 108..."
Weil wir es gerade von "Hardcore" hatten: innerhalb der "guten" Seite des Hardcore gab es eine Szene, die mir gewaltig auf den Senkel ging.
Christenhardcore habe ich schon immer weitgehend gemieden; aber um Krishnahardcore kam man in den 90ern nur schwerlich herum, so sehr man es auch versuchte.
Und heute schlage ich das OX auf und erblicke tränenden Augs die Blödmänner von 108. Heißa, was haben wir uns gefreut.
Immerhin bringt einen das dazu, mal wieder "108" von Slapshot aufzulegen, aus welchem obiges Zitat stammt.
Es muß Anfang oder Mitte der 90er gewesen sein.
Trotz meiner Boykotthaltung wurde ich in einem Auto als Mitfahrer mit 108 beschallt, ohne anfangs zu wissen, was mir da vorgesetzt wurde. Im Vergleich zu den eher poppigen Shelter war das ein gnadenloses musikalisches Brett, das mich dermaßen in den Sitz preßte, daß ich mich dann doch zu einem Konzertbesuch überreden ließ.
Ich glaube, es war das Café Central in Weinheim oder irgendwo in Ludwigshafen... aufgrund meines Verdrängungsmechanismus kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern.
Aber den Umstand, solchen Kompletthorsten mein Geld in den Rachen geworfen zu haben, den bedauere ich noch heute unverändert.
Musikalisch war das großartig... aber die Ansagen gehörten zum Unrechnungsfähigsten, was ich abseits irgendwelcher Pfaffenshows im Fernsehen jemals zu hören bekam. Und irgendwann konnte ich nicht mehr an mich halten.
Forderte "Emptiness. Despair. Guilt. Loneliness." oder eine ähnlich glumpfige Assoziationskette, die mit dem Satz "This is a song about sexuality" abgerundet wurde, bei mir lediglich die halblaute Bemerkung heraus, der Idiot solle doch zum Therapeuten gehen, wenn er solche Probleme mit Sexualität hätte, war bei der nächsten Ansage alles zu spät.
"The corpse is lifted unto the table; to show your horns you are not able; and every hair on the back of every cow you eat means one more year in hell for you" trieb mich- damals selbst noch überzeugter Vegetarier, was ich immerhin 12 Jahre lang war- wüste Beschimpfungen ausstoßend augenblicklich zur Tür hinaus.
Draußen standen Leute herum, die ich kannte, und die meinen Furor nicht nachvollziehbar fanden.
Ob es mir lieber wäre, er würde Fleisch essen?
Die Antwort, daß mir jeder Fleischesser mit gesundem Menschenverstand lieber wäre als solche Bekloppten, und daß Adolf Hitler schließlich auch Vegetarier gewesen sei, waren meine letzten beiden Bemerkungen vor Verlassen dieses grusligen Ortes.
Nichts hat mich jemals wieder dazu bewogen, mir diese Scheiße noch einmal freiwillig anzuhören.
Und jetzt sind 108 zurück.
Ich grüße nach wie vor freundlich mit hochgerecktem Mittelfinger.
Christenhardcore habe ich schon immer weitgehend gemieden; aber um Krishnahardcore kam man in den 90ern nur schwerlich herum, so sehr man es auch versuchte.
Und heute schlage ich das OX auf und erblicke tränenden Augs die Blödmänner von 108. Heißa, was haben wir uns gefreut.
Immerhin bringt einen das dazu, mal wieder "108" von Slapshot aufzulegen, aus welchem obiges Zitat stammt.
Es muß Anfang oder Mitte der 90er gewesen sein.
Trotz meiner Boykotthaltung wurde ich in einem Auto als Mitfahrer mit 108 beschallt, ohne anfangs zu wissen, was mir da vorgesetzt wurde. Im Vergleich zu den eher poppigen Shelter war das ein gnadenloses musikalisches Brett, das mich dermaßen in den Sitz preßte, daß ich mich dann doch zu einem Konzertbesuch überreden ließ.
Ich glaube, es war das Café Central in Weinheim oder irgendwo in Ludwigshafen... aufgrund meines Verdrängungsmechanismus kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern.
Aber den Umstand, solchen Kompletthorsten mein Geld in den Rachen geworfen zu haben, den bedauere ich noch heute unverändert.
Musikalisch war das großartig... aber die Ansagen gehörten zum Unrechnungsfähigsten, was ich abseits irgendwelcher Pfaffenshows im Fernsehen jemals zu hören bekam. Und irgendwann konnte ich nicht mehr an mich halten.
Forderte "Emptiness. Despair. Guilt. Loneliness." oder eine ähnlich glumpfige Assoziationskette, die mit dem Satz "This is a song about sexuality" abgerundet wurde, bei mir lediglich die halblaute Bemerkung heraus, der Idiot solle doch zum Therapeuten gehen, wenn er solche Probleme mit Sexualität hätte, war bei der nächsten Ansage alles zu spät.
"The corpse is lifted unto the table; to show your horns you are not able; and every hair on the back of every cow you eat means one more year in hell for you" trieb mich- damals selbst noch überzeugter Vegetarier, was ich immerhin 12 Jahre lang war- wüste Beschimpfungen ausstoßend augenblicklich zur Tür hinaus.
Draußen standen Leute herum, die ich kannte, und die meinen Furor nicht nachvollziehbar fanden.
Ob es mir lieber wäre, er würde Fleisch essen?
Die Antwort, daß mir jeder Fleischesser mit gesundem Menschenverstand lieber wäre als solche Bekloppten, und daß Adolf Hitler schließlich auch Vegetarier gewesen sei, waren meine letzten beiden Bemerkungen vor Verlassen dieses grusligen Ortes.
Nichts hat mich jemals wieder dazu bewogen, mir diese Scheiße noch einmal freiwillig anzuhören.
Und jetzt sind 108 zurück.
Ich grüße nach wie vor freundlich mit hochgerecktem Mittelfinger.
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