"Mit Nivo ficken" also?
Ich verrate Ihnen mal was: so wird das nix.
Samstag, 12. März 2011
Donnerstag, 10. März 2011
OXEN bis zum Hirnriß
Hatte mich die letzten Tage mal wieder etwas rar gemacht hier, was in erster Linie damit zu tun hatte, daß ich dem OX vollmundig ein Noiserockspecial versprochen hatte und erstaunt feststellte, was für einen Berg Arbeit ich mir damit aufgehalst hatte.
Verbunden mit ungünstigen Umständen wie "Nachtschicht", "Arbeiten aus dem Internetcafé heraus" und einer Schlampermentalität, die ich nie loswerde (und die mich auch schon in Neunstundenschicht eine Nacht durch eine komplette Hausarbeit schreiben ließ, die ich am nächsten Tag abgeben mußte... ich hatte ja auch nur drei Monate Zeit gehabt)hatte ich also die Priorität, alles noch bis zum Abgabetermin durchzuprügeln. Darunter litt der Blog etwas.
Nun bin ich also wieder da.
Und das im doppelten Sinne. Schrob ich nicht im Januar noch "Farewell Karlsruhe"?
Man sollte seinen eigenen Worten nicht trauen. Doch dazu später mehr.
Verbunden mit ungünstigen Umständen wie "Nachtschicht", "Arbeiten aus dem Internetcafé heraus" und einer Schlampermentalität, die ich nie loswerde (und die mich auch schon in Neunstundenschicht eine Nacht durch eine komplette Hausarbeit schreiben ließ, die ich am nächsten Tag abgeben mußte... ich hatte ja auch nur drei Monate Zeit gehabt)hatte ich also die Priorität, alles noch bis zum Abgabetermin durchzuprügeln. Darunter litt der Blog etwas.
Nun bin ich also wieder da.
Und das im doppelten Sinne. Schrob ich nicht im Januar noch "Farewell Karlsruhe"?
Man sollte seinen eigenen Worten nicht trauen. Doch dazu später mehr.
Montag, 28. Februar 2011
Orgasm Addicts
Well you tried it just for once found it all right for kicks.
but now you found out that it's a habit that sticks.
and you're an orgasm addict.
you're an orgasm addict.
(Buzzcocks: Orgasm Addicct)
Irgendwie ist es doch evident, wenn man so darüber nachdenkt, welche Orgasmussklaven wir sind.
Es ist ja ein Kick von wenigen Sekunden, ähnlich dem, der nach dem Zug aus einer Crackpfeife beschrieben wird.
Trotzdem gibt es eine ganze Industrie, nur darauf getrimmt, genau auf diesen Kick hinzuarbeiten: Pornofilme, Reizwäsche, Dildos, Vibratoren, batteriebetriebene Gummivotzen, die dermaßen kreuzwiderlich sind, daß ich bei ihrem Anblick schreiend davonlaufen könnte, die ganze käufliche Liebe... alles für die Suche nach diesen paar Sekunden.
Manche Leute geben sogar ihren Verstand an der Garderobe ab, betrachtet man sich die Eselei, die manchmal in Clubs abgeht, wenn Paarungsbereite aufeinandertreffen. Da wird sogar die komplette Selbstkasteiung in Kauf genommen und sich wie ein Trottel verhalten, nur um damit dem Ziel näher zu kommen... oder Menschen nehmen Selbstvorwürfe oder spätere innere Leere hin, nur weil ihnen in dem Moment, wo diese Belohnung in Aussicht steht, alles gleichgültig wird, sogar eherne Grundprinzipien. Wie bei einer Drogen- oder Alkoholsucht eben auch.
Und genau wie für erstere sind Menschen dazu bereit, dafür bis an ihre Grenzen zu gehen, anderen zu schaden oder sie sogar zu töten.
Es sieht tatsächlich so aus, als würden wir auf der Welt nach Geld am meisten dem Orgasmus hinterherjagen, diesen wenigen Sekunden des als angenehm empfundenen Kontrollverlustes.
Komme mir keiner mit der Suche nach dem Glück; jenes ist so abstrakt, daß man nur eine vage Vorstellung davon hat und es meist erst bemerkt, wenn es da ist... und das oft genug zu spät.
Aber das ist eine andere Geschichte.
but now you found out that it's a habit that sticks.
and you're an orgasm addict.
you're an orgasm addict.
(Buzzcocks: Orgasm Addicct)
Irgendwie ist es doch evident, wenn man so darüber nachdenkt, welche Orgasmussklaven wir sind.
Es ist ja ein Kick von wenigen Sekunden, ähnlich dem, der nach dem Zug aus einer Crackpfeife beschrieben wird.
Trotzdem gibt es eine ganze Industrie, nur darauf getrimmt, genau auf diesen Kick hinzuarbeiten: Pornofilme, Reizwäsche, Dildos, Vibratoren, batteriebetriebene Gummivotzen, die dermaßen kreuzwiderlich sind, daß ich bei ihrem Anblick schreiend davonlaufen könnte, die ganze käufliche Liebe... alles für die Suche nach diesen paar Sekunden.
Manche Leute geben sogar ihren Verstand an der Garderobe ab, betrachtet man sich die Eselei, die manchmal in Clubs abgeht, wenn Paarungsbereite aufeinandertreffen. Da wird sogar die komplette Selbstkasteiung in Kauf genommen und sich wie ein Trottel verhalten, nur um damit dem Ziel näher zu kommen... oder Menschen nehmen Selbstvorwürfe oder spätere innere Leere hin, nur weil ihnen in dem Moment, wo diese Belohnung in Aussicht steht, alles gleichgültig wird, sogar eherne Grundprinzipien. Wie bei einer Drogen- oder Alkoholsucht eben auch.
Und genau wie für erstere sind Menschen dazu bereit, dafür bis an ihre Grenzen zu gehen, anderen zu schaden oder sie sogar zu töten.
Es sieht tatsächlich so aus, als würden wir auf der Welt nach Geld am meisten dem Orgasmus hinterherjagen, diesen wenigen Sekunden des als angenehm empfundenen Kontrollverlustes.
Komme mir keiner mit der Suche nach dem Glück; jenes ist so abstrakt, daß man nur eine vage Vorstellung davon hat und es meist erst bemerkt, wenn es da ist... und das oft genug zu spät.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Samstag, 26. Februar 2011
Eine andere Meinung dazu,
und zwar von Mychael Gerstenberger, der mit dem, was er schreibt, auch nicht ganz unrecht hat. Habe mir die Freiheit genommen, das per Copy & Paste von Facebook rüberzuziehen, weil ich es erwähnenswert finde:
"Generalabrechnung", soso... Interessant zumindest, daß das Agenturschreiben ein unpersönlicher Standardbrief ist - wahrscheinlich ein Rundbrief an zig andere sog. Prominente. Und die Helden - offenbar hat das Studium doch was genützt - schicken nicht nur eine Absage, sondern posten es auf ihrer Website. Damit geht man kein Risiko ein (der Agentur isses sowieso egal, Bild interessiert es nicht), kann aber das Image ein bisschen aufpolieren (wie die Kommentare hier ja bestens zeigen). Und: sich als Band gelegentlich Dossiers und Titelstories in Springer-Zeitschriften zu kaufen, ist natürlich gaaaanz was anderes. :-)
"Generalabrechnung", soso... Interessant zumindest, daß das Agenturschreiben ein unpersönlicher Standardbrief ist - wahrscheinlich ein Rundbrief an zig andere sog. Prominente. Und die Helden - offenbar hat das Studium doch was genützt - schicken nicht nur eine Absage, sondern posten es auf ihrer Website. Damit geht man kein Risiko ein (der Agentur isses sowieso egal, Bild interessiert es nicht), kann aber das Image ein bisschen aufpolieren (wie die Kommentare hier ja bestens zeigen). Und: sich als Band gelegentlich Dossiers und Titelstories in Springer-Zeitschriften zu kaufen, ist natürlich gaaaanz was anderes. :-)
Freitag, 25. Februar 2011
Das sind Helden
Wir sind Helden halte ich für eine weitgehend erschröckliche Band.
Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern... doch was momentan über sie bzw. von ihnen im Netz kursiert, davor ziehe ich meinen Hut. Ganz großes Tennis.
Der Einfachheit halber- und weil es meine Meinung nicht nur exakt wiedergibt, sondern weil man es auch nicht weiter kommentieren muß- stelle ich Anfrage samt Antwort per Copy & Paste komplett in diesen Blog. Viel Spaß.
DIE ANFRAGE
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind als Werbeagentur mit der aktuellen BILD-Kampagne betraut, in der wir hochkarätigen Prominenten eine Bühne bieten, ihre offene, ehrliche und ungeschönte Meinung zur BILD mitzuteilen.
Derzeit planen wir die nächste Produktionsphase für Frühjahr 2011. Die neu zu produzierenden TV- und Kinospots sowie Plakat- und Anzeigenmotive sollen die bestehenden Motive von Veronica Ferres, Thomas Gottschalk, Philipp Lahm, Richard von Weizsäcker, Mario Barth u.v.m. ergänzen.
Für diese Fortführung der Kampagne möchten wir sehr gern “Wir sind Helden” gewinnen.
Das schöne an der Kampagne ist, dass sie einem guten Zweck zu Gute kommt. BILD spendet in Namen jedes Prominenten 10.000,- Euro an einen von Ihnen zu bestimmenden Zweck.
Lassen Sie uns gern telefonieren und die Details besprechen. Zur Detailinformation senden wir Ihnen bereits heute anbei einige weiterführende Informationen.
Ich freue mich dazu von Ihnen zu hören.
Herzliche Grüße aus Hamburg,
Jung von Matt/Alster Werbeagentur GmbH
DIE ANTWORT
Liebe Werbeagentur Jung von Matt,
bzgl. Eurer Anfrage, ob wir bei der aktuellen Bild -Kampagne mitmachen wollen:
Ich glaub, es hackt.
Die laufende Plakat -Aktion der Bild -Zeitung mit sogenannten Testimonials, also irgendwelchem kommentierendem Geseiere (Auch kritischem! Hört, hört!) von sogenannten Prominenten (auch Kritischen! Oho!) ist das Perfideste, was mir seit langer Zeit untergekommen ist. Will heißen: nach Euren Maßstäben sicher eine gelungene Aktion.
Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt. Da sind auf der einen Seite die Promis, die sich denken: Hmm, die Bildzeitung, mal ehrlich, das lesen schon wahnsinnig viele Leute, das wär schon schick… Aber irgendwie geht das eigentlich nicht, ne, weil ist ja irgendwie unter meinem Niveau/ evil/ zu sichtbar berechnend… Und dann kommt ihr, liebe Agentur, und baut diesen armen gespaltenen Prominenten eine Brücke, eine wackelige, glitschige, aber hey, was soll´s, auf der anderen Seite liegt, sagen wir mal, eine Tüte Gummibärchen. Ihr sagt jenen Promis: wisst ihr was, ihr kriegt einfach kein Geld! Wir spenden einfach ein bisschen Kohle in eurem Namen, dann passt das schon, weil, wer spendet, der kann kein Ego haben, verstehste? Und außerdem, pass auf, jetzt kommt´s: ihr könnt sagen, WAS IHR WOLLT!
Und dann denken sich diese Promis, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, irgendeine pseudo -distanziertes Gewäsch aus, irgendwas “total Spitzfindiges”, oder Clever- Unverbindliches, oder Überhebliches, oder… Und glauben, so kämen sie aus der Nummer raus, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Und haben trotzdem unheimlich viele saudumme Menschen erreicht! Hurra.
Auf der anderen Seite, das erklärt sich von selbst, der Rezipient, der saudumme, der sich denkt: Mensch, diese Bild -Zeitung, die traut sich was.
Und, die dritte Seite: Ihr, liebe jungdynamische Menschen, die ihr, zumindest in einem sehr spezialisierten Teil eures Gehirns, genau wisst, was ihr tut. Außer vielleicht, wenn ihr auf die Idee kommt, “Wir sind Helden” für die Kampagne anzufragen, weil, mal ehrlich, das wäre doch total lustig, wenn ausgerechnet die…
Das Problem dabei: ich hab wahrscheinlich mit der Hälfte von euch studiert, und ich weiß, dass ihr im ersten Semester lernt, dass das Medium die Botschaft ist. Oder, noch mal anders gesagt, dass es kein “Gutes im Schlechten” gibt. Das heißt: ich weiß, dass ihr wisst, und ich weiß, dass ihr drauf scheißt.
Die BILD -Zeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash -Kulturgut und kein harmloses “Guilty Pleasure” für wohlfrisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle -Zitat. Und schon gar nicht ist die Bild -Zeitung das, als was ihr sie verkaufen wollt: Hassgeliebtes, aber weitestgehend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands.
Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument – nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.
In der Gefahr, dass ich mich wiederhole: ich glaub es hackt.
Mit höflichen Grüßen,
Judith Holofernes
Danke!
Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern... doch was momentan über sie bzw. von ihnen im Netz kursiert, davor ziehe ich meinen Hut. Ganz großes Tennis.
Der Einfachheit halber- und weil es meine Meinung nicht nur exakt wiedergibt, sondern weil man es auch nicht weiter kommentieren muß- stelle ich Anfrage samt Antwort per Copy & Paste komplett in diesen Blog. Viel Spaß.
DIE ANFRAGE
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind als Werbeagentur mit der aktuellen BILD-Kampagne betraut, in der wir hochkarätigen Prominenten eine Bühne bieten, ihre offene, ehrliche und ungeschönte Meinung zur BILD mitzuteilen.
Derzeit planen wir die nächste Produktionsphase für Frühjahr 2011. Die neu zu produzierenden TV- und Kinospots sowie Plakat- und Anzeigenmotive sollen die bestehenden Motive von Veronica Ferres, Thomas Gottschalk, Philipp Lahm, Richard von Weizsäcker, Mario Barth u.v.m. ergänzen.
Für diese Fortführung der Kampagne möchten wir sehr gern “Wir sind Helden” gewinnen.
Das schöne an der Kampagne ist, dass sie einem guten Zweck zu Gute kommt. BILD spendet in Namen jedes Prominenten 10.000,- Euro an einen von Ihnen zu bestimmenden Zweck.
Lassen Sie uns gern telefonieren und die Details besprechen. Zur Detailinformation senden wir Ihnen bereits heute anbei einige weiterführende Informationen.
Ich freue mich dazu von Ihnen zu hören.
Herzliche Grüße aus Hamburg,
Jung von Matt/Alster Werbeagentur GmbH
DIE ANTWORT
Liebe Werbeagentur Jung von Matt,
bzgl. Eurer Anfrage, ob wir bei der aktuellen Bild -Kampagne mitmachen wollen:
Ich glaub, es hackt.
Die laufende Plakat -Aktion der Bild -Zeitung mit sogenannten Testimonials, also irgendwelchem kommentierendem Geseiere (Auch kritischem! Hört, hört!) von sogenannten Prominenten (auch Kritischen! Oho!) ist das Perfideste, was mir seit langer Zeit untergekommen ist. Will heißen: nach Euren Maßstäben sicher eine gelungene Aktion.
Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt. Da sind auf der einen Seite die Promis, die sich denken: Hmm, die Bildzeitung, mal ehrlich, das lesen schon wahnsinnig viele Leute, das wär schon schick… Aber irgendwie geht das eigentlich nicht, ne, weil ist ja irgendwie unter meinem Niveau/ evil/ zu sichtbar berechnend… Und dann kommt ihr, liebe Agentur, und baut diesen armen gespaltenen Prominenten eine Brücke, eine wackelige, glitschige, aber hey, was soll´s, auf der anderen Seite liegt, sagen wir mal, eine Tüte Gummibärchen. Ihr sagt jenen Promis: wisst ihr was, ihr kriegt einfach kein Geld! Wir spenden einfach ein bisschen Kohle in eurem Namen, dann passt das schon, weil, wer spendet, der kann kein Ego haben, verstehste? Und außerdem, pass auf, jetzt kommt´s: ihr könnt sagen, WAS IHR WOLLT!
Und dann denken sich diese Promis, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, irgendeine pseudo -distanziertes Gewäsch aus, irgendwas “total Spitzfindiges”, oder Clever- Unverbindliches, oder Überhebliches, oder… Und glauben, so kämen sie aus der Nummer raus, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Und haben trotzdem unheimlich viele saudumme Menschen erreicht! Hurra.
Auf der anderen Seite, das erklärt sich von selbst, der Rezipient, der saudumme, der sich denkt: Mensch, diese Bild -Zeitung, die traut sich was.
Und, die dritte Seite: Ihr, liebe jungdynamische Menschen, die ihr, zumindest in einem sehr spezialisierten Teil eures Gehirns, genau wisst, was ihr tut. Außer vielleicht, wenn ihr auf die Idee kommt, “Wir sind Helden” für die Kampagne anzufragen, weil, mal ehrlich, das wäre doch total lustig, wenn ausgerechnet die…
Das Problem dabei: ich hab wahrscheinlich mit der Hälfte von euch studiert, und ich weiß, dass ihr im ersten Semester lernt, dass das Medium die Botschaft ist. Oder, noch mal anders gesagt, dass es kein “Gutes im Schlechten” gibt. Das heißt: ich weiß, dass ihr wisst, und ich weiß, dass ihr drauf scheißt.
Die BILD -Zeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash -Kulturgut und kein harmloses “Guilty Pleasure” für wohlfrisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle -Zitat. Und schon gar nicht ist die Bild -Zeitung das, als was ihr sie verkaufen wollt: Hassgeliebtes, aber weitestgehend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands.
Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument – nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.
In der Gefahr, dass ich mich wiederhole: ich glaub es hackt.
Mit höflichen Grüßen,
Judith Holofernes
Danke!
Dienstag, 22. Februar 2011
Antiklimax
So fuhr ich denn heute bei klirrender Kälte ins Klinikum Berlin- Buch.
Bei kuscheligen -11 Grad hatten natürlich auch die S- Bahn- Bediensteten nichts besseres vor als zu streiken, so daß das Erwischen einer S 42 eher einer Tombola glich, da auch keine Anzeigetafeln funktionierten und sich alle geschätzte 17 Minuten einmal irgendeine Bahn einfand.
Also war ich zusammenaddiert zwei Stunden unterwegs.
Dort angekommen, stellte sich mir die Frage, wie jemand aus Karow oder Buch einem Besucher erklären möchte, daß diese wohl in der absoluten Peripherie eingemeindeten Käffer Berlin seien.
Wenn man durch Annweiler fährt und einem anwesenden Besucher klarmachen will, das gehöre zu New York, ist das auch nicht glaubwürdiger.
Trotzdem war das Klinikum Buch ein beeindruckender Klotz im Grünen und innen dermaßen weitläufig, daß man sich im Falle einer Komplettbesichtigung für drei Tage Proviant mitnehmen sollte.
Also spazierte ich mit meiner Einweisung in der Hand einen guten Kilometer (ungelogen) in die HNO- Abteilung, wurde dort zwei Stunden untersucht... und wieder nach Hause geschickt. Ich soll dorthin nur noch dreimal zur ambulanten Nachbehandlung kommen, um schrittweise eine kürzlich entdeckte Geschwulst im Ohr abtragen zu lassen; das ergibt drei Behandlungen, die von der Gesamtlänge her eine einfache Fahrt Prenzlauer Allee- Berlin- Buch nicht wesentlich überschreiten dürften.
In einem Film würde man so etwas eine Antiklimax nennen; aber ich, für den die letzten Tage spannend genug waren, nehme das durchaus gerne in Kauf.
Bei kuscheligen -11 Grad hatten natürlich auch die S- Bahn- Bediensteten nichts besseres vor als zu streiken, so daß das Erwischen einer S 42 eher einer Tombola glich, da auch keine Anzeigetafeln funktionierten und sich alle geschätzte 17 Minuten einmal irgendeine Bahn einfand.
Also war ich zusammenaddiert zwei Stunden unterwegs.
Dort angekommen, stellte sich mir die Frage, wie jemand aus Karow oder Buch einem Besucher erklären möchte, daß diese wohl in der absoluten Peripherie eingemeindeten Käffer Berlin seien.
Wenn man durch Annweiler fährt und einem anwesenden Besucher klarmachen will, das gehöre zu New York, ist das auch nicht glaubwürdiger.
Trotzdem war das Klinikum Buch ein beeindruckender Klotz im Grünen und innen dermaßen weitläufig, daß man sich im Falle einer Komplettbesichtigung für drei Tage Proviant mitnehmen sollte.
Also spazierte ich mit meiner Einweisung in der Hand einen guten Kilometer (ungelogen) in die HNO- Abteilung, wurde dort zwei Stunden untersucht... und wieder nach Hause geschickt. Ich soll dorthin nur noch dreimal zur ambulanten Nachbehandlung kommen, um schrittweise eine kürzlich entdeckte Geschwulst im Ohr abtragen zu lassen; das ergibt drei Behandlungen, die von der Gesamtlänge her eine einfache Fahrt Prenzlauer Allee- Berlin- Buch nicht wesentlich überschreiten dürften.
In einem Film würde man so etwas eine Antiklimax nennen; aber ich, für den die letzten Tage spannend genug waren, nehme das durchaus gerne in Kauf.
Ohrenwochen
Das war die Woche, in der mir allerlei Pein in Verbindung mit Ohren zum Verhängnis wurde.
Wenn der Tag damit anfängt, daß einem bei seinem momentanen Arbeitgeber in Kreuzberg vom lokalen Privatradiosender (die allesamt in ihrer schnöden Austauschbarkeit in Berlin nicht weniger öde sind als in Hamburg oder Bruchweiler- Bärenbach) nacheinander audiophile Schwerstverbrechen wie
"I Need A Hero" von Bonnie Tyler;
"Three Times A Lady" von den Commodores mit einem der größten Dämonen der modernen Musik am Mikrophon
und irgendwas Grütziges von Elton John als Beiträge der Sendung "Die besten Songs aller Zeiten" verkauft werden, möchte man eigentlich heimgehen.
Auf das bereits verfilmte Katastrophenszenario eines totalen Stromausfalls in ganz Berlin zu hoffen, wagt man doch nicht, weil mittags der FCK spielt. Der bekommt- was man da noch nicht weiß- gegen einen der uninteressantesten Vereine der Liga 3:0 auf den Sack, was den Tag noch abrundet.
Irgendwann läuft man noch "Don't Stop" von Fleetwood Mac in die Tentakel und bekommt davon den halben Morgen einen Ohrwurm.
Das wäre nicht weiter schlimm, denn ich mag den Song; doch leider ist er auch mit Erinnerungen verknüpft, die man morgens um 7 auf der Arbeit nicht wirklich gebrauchen kann.
Auf dem Heimweg bekommt man plötzlich juckenden Ausschlag am ganzen Körper, denn man stellt eine Allergie fest, deren Auslöser studentisch aussehende Frauen sind, die gemusterte Strickmützen mit Ohrenklappen und Bändeln daran tragen.
Schieben diese auch noch Fahrräder mit Kindersitzen oder haben zwei nervige Blagen an der Hand, sollte man sich daheim vergewissern, daß seine Hoden noch am richtigen Platz sitzen und sich nicht vor lauter Elend spiralförmig in sich selbst verdreht haben.
Man fragt sich, wo die alle herkommen. Und warum die alle hier sind um die Stadt mit ihrem ohrenklappenwollmützenimmanenten Schweinchen- Schlau- Hipsterhabitus zu verpesten.
Stand Ernst Reuter einst im Prenzlauer Berg und sprach zu Millionen von Zuhörern "Ihr Ohrenklappenwollmützenträger dieser Welt, schaut auf diese Stadt?" Nein.
Dann geht doch einfach weg.
Und zur Krönung der Ohrenwochen hat mein linkes nun endgültig die Kooperation mit meinem restlichen Organismus eingestellt, was eine Einweisung ins Krankenhaus samt Operation notwendig macht.
Wenn es gut läuft, komme ich mit einem ambulanten Eingriff ohne Spätfolgen davon; im ungünstigsten Fall droht mir wieder das Komplettprogramm mit Schneiden, Fönen, Legen.
Zumindest bleibe ich dann von "Three Times A Lady" verschont.
Wenn der Tag damit anfängt, daß einem bei seinem momentanen Arbeitgeber in Kreuzberg vom lokalen Privatradiosender (die allesamt in ihrer schnöden Austauschbarkeit in Berlin nicht weniger öde sind als in Hamburg oder Bruchweiler- Bärenbach) nacheinander audiophile Schwerstverbrechen wie
"I Need A Hero" von Bonnie Tyler;
"Three Times A Lady" von den Commodores mit einem der größten Dämonen der modernen Musik am Mikrophon
und irgendwas Grütziges von Elton John als Beiträge der Sendung "Die besten Songs aller Zeiten" verkauft werden, möchte man eigentlich heimgehen.
Auf das bereits verfilmte Katastrophenszenario eines totalen Stromausfalls in ganz Berlin zu hoffen, wagt man doch nicht, weil mittags der FCK spielt. Der bekommt- was man da noch nicht weiß- gegen einen der uninteressantesten Vereine der Liga 3:0 auf den Sack, was den Tag noch abrundet.
Irgendwann läuft man noch "Don't Stop" von Fleetwood Mac in die Tentakel und bekommt davon den halben Morgen einen Ohrwurm.
Das wäre nicht weiter schlimm, denn ich mag den Song; doch leider ist er auch mit Erinnerungen verknüpft, die man morgens um 7 auf der Arbeit nicht wirklich gebrauchen kann.
Auf dem Heimweg bekommt man plötzlich juckenden Ausschlag am ganzen Körper, denn man stellt eine Allergie fest, deren Auslöser studentisch aussehende Frauen sind, die gemusterte Strickmützen mit Ohrenklappen und Bändeln daran tragen.
Schieben diese auch noch Fahrräder mit Kindersitzen oder haben zwei nervige Blagen an der Hand, sollte man sich daheim vergewissern, daß seine Hoden noch am richtigen Platz sitzen und sich nicht vor lauter Elend spiralförmig in sich selbst verdreht haben.
Man fragt sich, wo die alle herkommen. Und warum die alle hier sind um die Stadt mit ihrem ohrenklappenwollmützenimmanenten Schweinchen- Schlau- Hipsterhabitus zu verpesten.
Stand Ernst Reuter einst im Prenzlauer Berg und sprach zu Millionen von Zuhörern "Ihr Ohrenklappenwollmützenträger dieser Welt, schaut auf diese Stadt?" Nein.
Dann geht doch einfach weg.
Und zur Krönung der Ohrenwochen hat mein linkes nun endgültig die Kooperation mit meinem restlichen Organismus eingestellt, was eine Einweisung ins Krankenhaus samt Operation notwendig macht.
Wenn es gut läuft, komme ich mit einem ambulanten Eingriff ohne Spätfolgen davon; im ungünstigsten Fall droht mir wieder das Komplettprogramm mit Schneiden, Fönen, Legen.
Zumindest bleibe ich dann von "Three Times A Lady" verschont.
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