Montag, 24. Februar 2014

Mein Leben als Rockstar, Teil 1

Zurück von der Tour. Endlich wieder daheim. "Ausspannen." Oder, noch besser, "die Seele baumeln lassen".
Würrrg.

Wobei der Ankündigung, als Autor auf Tour zu gehen, wenig Rockstarmäßiges anhaftet. Eine Lesetour, so wird wahrscheinlich allgemein angenommen, beinhaltet nicht soviel Potential für Exzesse und zertrümmerte Hotelzimmereinrichtungen. Letzteres stimmt zumindest, einen Fernseher habe ich noch nie aus dem Fenster geworfen (davon abgesehen, daß ich dazu noch so gut wie nie in Hotels übernachte).
Das Höchste der Gefühle waren bislang ein Radiowecker sowie ein Wasserkocher. Nur war das nicht im Hotel, sondern bei mir zuhause, und außerdem befanden sich die Gegenstände in meinem Privatbesitz.
Außerdem war das in meiner Prä- Autorenzeit, allerdings aus ähnlichen Gründen, die mich auch gegenwärtig zu solchem Unfug verleiten würden.
Diesmal gab es nichts dergleichen zu vermelden. Vor dem Auftritt im Fiszbah in Mainz, einer recht gepflegten Bar überschaubarer Größe, hielt sich meine allgemeine Begeisterung sogar ziemlich in Grenzen.
Der Punkt, an dem man sich fragt "was zur Hölle tue ich eigentlich hier" kommt normalerweise spätestens dann, wenn kurz vor Lesebeginn das Publikum immer noch aus 15 vereinzelt eingetrudelten Leuten besteht, aber rauscht vorbei, wenn sich herausstellt, daß dies komplett egal ist.
Hier nochmal offiziell: ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß bei einer Lesung. Das Publikum war klasse, und die gute Stimmung übertrug sich auf mich und somit wieder auf das Publikum... im Fußball nennt man das Tiki- Taki. Ich durfte sogar noch eine Zugabe lesen, ohne daß ich den Eindruck hatte, die Leute würden diese aus reiner Höflichkeit einfordern.
Danach durfte ich mit meinem DJ- Kollegen Dominik noch etwas Musik auflegen, bis wir den Laden weitgehend leergespielt hatten, bevor ich dann mit Erstgenanntem samt seiner Freundin Eva (die das Vorprogramm bestritten hatte) und meiner Verlegerin Miriam Spies noch auf einen Absacker in eine nahe Kneipe mit dem wunderschönen Namen "Hafeneck" weiterzog.
Ein sehr gelungener Tourauftakt, wozu auch paßte, daß der FCK das DFB- Pokal- Viertelfinale in Leverkusen gewonnen hatte, worauf ich natürlich in- ausgerechnet Mainz- ausgiebig herumreiten mußte.
Fazit: ich habe schon lange nicht mehr ausschließlich für Freigetränke gelesen, aber in solch einem Ambiente kann man das gerne mal tun.

(Fortsetzung folgt)


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