Sonntag, 29. Juli 2012

Blümchen II- noch ein Nachtrag


[...]
Es kommen dann manchmal Leute und meinen, sie wüßten, daß man im tiefsten Innern ein herzensguter Kerl ist (und das nur, weil man sich nicht ständig wie ein Stinkstiefel benimmt), und das ist bei Menschen, die einen nur virtuell oder oberflächlich kennen auf gewisse Art und Weise entwaffnend, weil ein Beharren darauf, daß man tatsächlich zumindest größtenteils so sei, wie man schreibt, fast schon etwas Infantiles hat. Wie ein trotziges Kind, das mit dem Fuß auf den Boden stampft.
Das lasse ich hier jetzt einfach mal so stehen, ohne weiterführenden Kommentar.[...]
Selbiges schrieb ich am Sonntag, dem 22. 11. 2009 unter dem Titel "Erfreue dich an den Blümchen am Wegesrand." in diesen Blog und hatte den Eintrag schon längst vergessen.
Nun sah ich, daß er aus irgendeinem Grund wieder aufgerufen wurde, und sehe mich gezwungen, ihn nach drei Jahren zu relativieren... man verändert sich, und es gehört dazu, getätigte Aussagen nochmal auf ihren momentanen Grad der eigenen Nachvollziehbarkeit abzuklopfen.
Beim Schreiben- ich erinnere mich noch genau- hatte ich furchtbar schlechte Laune und sah mich genötigt, auf einen Post in ebenjenem Forum zu reagieren, welches ich einen Beitrag vorher ansprach.
Ich hatte gegen irgend etwas polemisiert und bekam eine persönliche Nachricht mit dem ungefähren Betreff, man nehme das sowieso nur halb so ernst, weil ich ja tief in meinem Inneren ein netter Kerl sei und nur gerne dick auftrüge. Genau das wollte ich aber an jenem Tag nicht hören.
Wenn man einmal mit einem Bein im Grab stand und zudem plötzlich noch Leute um sich hat, für die man in der Verantwortung steht, sieht man a) vieles, was einen vorher beschäftigt hat, entspannter, da man andere Prioritäten hat und b) weiß man Dinge wieder zu schätzen, die man vorher als selbstverständlich hinnahm.
Ich habe in der Zeit meiner schweren Krankheit- ich schrieb es bereits- soviel menschliche Wärme und Zuneigung erfahren dürfen, daß es albern und undankbar wäre, so zu tun, als hätte mich das nicht berührt, nur um auf meinem Image als großer böser Wolf zu beharren.
Ja, es gibt noch genug Dinge, die ich hasse; ich habe auch kein Problem, dem nach wie vor seinen Lauf zu lassen und 100%ig zu meiner Meinung zu stehen.
Doch es gibt auch Menschen, die mir wichtig sind und die ich- huch- sogar liebe; und ich sehe es als meine Verpflichtung, zu diesen auch öffentlich zu stehen.
Und indem ich das hiermit auch nochmal gesondert tue, kann ich das  daß man tatsächlich zumindest größtenteils so sei, wie man schreibt auch endlich mal wieder beruhigt so stehenlassen.
Ja, ich bin in meinem Inneren ein netter Kerl, und ich bin es mittlerweile gerne und unbestritten.

Doch das soll nach wie vor hauptsächlich den Leuten vorbehalten bleiben, die das- in welcher Form auch immer- verdienen.

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